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Fußgängerpromenaden 2020-02-03T17:33:31+01:00

TOUREN AUF EIGENE FAUST

Fußgängerpromenaden in Armon Hanatziv – Jerusalem

Die Hügelkette von Armon Hanatziv besitzt sage und schreibe drei Promenaden. Jede davon enthüllt ihren eigenen atemberaubenden Ausblick und ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Stadt.

Die Hügelkette von Armon Hanatziv erhebt sich südlich der Altstadt. Wer immer hierher kommt, erstarrt in Andacht angesichts des faszinierenden Ausblicks auf die Altstadt und die Wüstenlandschaft der Osthänge der Jerusalemer Berge. Kein Wunder, dass die Briten 1930 gerade diesen Ort für den Sitz der Residenz Ihres Generalgouvemeurs (auf Hebräisch Armon Hanatziv) in Palästina wählten. Dieser „High Commissioner“ residierte hier von 1933 bis 1948. Nach Abzug der Briten beherbergte das Gebäude zunächst das Rote Kreuz und wurde dann den UN-Beobachtern zur Verfügung gestellt, denen es bis zum heutigen Tag dient. Die Kämpfe um Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg begannen in Armon Hanatziv, nachdem sich die Jordanier des Gebäudes bemächtigt hatten. Schließlich gelang es der Jerusalem-Brigade, dieses zurückerobern. Eine Gedenktafel für die Gefallenen befindet sich an der Kreuzung, wo die Haas- und die Goldman-Promenade beginnen.

Abraham und der Berg Moriah
Der Gipfel, auf dem sich Armon Hanatziv befindet, bietet nicht nur eine herrliche Aussicht, sondern auch viele interessante Geschichten. Eine Legende besagt, daß Abraham von hier aus das erste Mal den Berg Moriah erblickte, als er kam, um seinen Sohn Isaak zu opfern. Der Logik dieser Überlieferung nach, kam Abraham vom Süden aus nach Jerusalem und tatsächlich ist der Berg Armon Hanatziv der ideale Aussichtspunkt um vom Süden aus, auf den Tempelberg, den Berg Moriah, zu blicken.
In der christlichen Tradition wird der Berg als das Haus des Hohenpriesters Kaiphas angesehen, wo entschieden wurde; Jesus vor das Gericht des Sanhedrions zu stellen. Aus diesem Grund wird der Berg in der christlichen Tradition „Der Hügel des Teufelrates“ genannt. Auf dem Hain westlich des Hauptbüros der UN-Beobachter befindet sich der experimentelle Landwirtschaftsbetrieb der Hebräischen Universität Jerusalem.

Die „Richard und Rhoda Goldman“- Promenade
Diese erst unlängst fertiggestellte Promenade bietet auf der einen Seite einen Blick auf die Altstadt und nach Osten auf die Jüdische Wüste. Der Weg führt zunächst oberhalb von Armon Hanatziv entlang, macht dann eine Biegung und bringt Sie wieder an Ihren Ausgangspunkt zurück.

Die „Walter and Elise Haas“- Promenade
Dies ist die älteste Promenade der Hügelkette von Armon Hanatziv. Sie führt an mit Rundbögen verzierten Gebäuden vorbei, die architektonisch der antiken Wasserleitung nach Jerusalem nachempfunden wurden. Das ist kein Zufall – das ursprüngliche, zur Zeit des Zweiten Tempels angelegte Aquädukt wurde eben hier in diese Felsen gehauen, direkt unter Ihren Füßen. Abends ist die Promenade beleuchtet. Das Lichtdesign wurde vom YMCA-Gebäude und dem King David Hotel übernommen. Diese beiden während des britischen Mandats errichteten Bauten sollen an die Zeit erinnern, in der auch die Residenz des britischen Generalgouverneurs entstand. Die über die ganze Promenade verstreuten Aussichtsterrassen mit ihrem Blick auf die Davidsstadt erinnern stark an Psalm 125:2: „Wie Berge Jerusalem rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig.“ Auch den Tempelberg kann man von hier aus deutlich sehen – Felsendom und Klagemauer sind leicht zu erkennen. Vervollständigt wird die Aussicht durch den Ölberg. Auf seinem Gipfel thronen die Turmspitzen des Augusta-Victoria-Krankenhauses und der russisch-orthodoxen Himmelfahrtskirche. Dahinter sehen Sie den Campus der Hebräischen Universität von Jerusalem auf dem Skopusberg.

Die „Gabriel Sherover“- Promenade
Wenn Sie von der Haas-Promenade aus weitergehen, gelangen Sie zur Gabriel-Sherover-Promenade. Die Architekten dieses beeindruckenden Spazierwegs mussten sich etwas einfallen lassen, um die steilen Ränge zu Überwinden. Sie legten eine Reihe von Stufen an, die der Schönheit des Ortes nur zuträglich sind. Unterwegs werden Sie mitunter auf die alten Grabsteine des Kidrontals treffen, die am Fuß des Ölbergs liegen. Der Spaziergang auf dieser Promenade ist sehr entspannend und viele Jerusalemer haben es sich zur Gewohnheit gemacht, diesen täglich zu besuchen. Am Ende des Pfades gibt es eine steinerne Stufe, Überreste des altertümlichen Aquädukts, der das Wasser in den Zweiten Tempel brachte. Die massiven Mauern neben Ihnen gehören zum Konvent der „Armen Klarissinen“, eines Ordens, dessen Nonnen sich so streng an die Regeln des Schweigens und der Bescheidenheit halten, dass einige von ihnen das Kloster überhaupt nicht verlassen. Versäumen Sie es nicht, den Garten am Fuß der Promenade zu besuchen und auf dessen hübschen Pfaden spazieren zu gehen, zwischen Granatäpfel- und Feigenbäumen und den vielen Kräutern, die am Abhang wachsen.

Hinweis: Am Ende der Promenade erreichen Sie die Naomi-Straße im Stadtviertel Abu Tor, wo Sie das Restaurant Taverna mit großartiger Aussicht auf die Stadt erwartet.

Nützliche Tipps
– Anfahrt: Fahren Sie die Hebron Road entlang und halten Sie sich an die Wegweiser
in Richtung Armon Hanatziv (Ost-Talpiot) und Promenaden.
– Ein Rundgang über alle Promenaden dauert etwa drei Stunden.

Mit freundlicher Unterstützung der: Jerusalem Tourism Authority – Municipality of Jerusalem