Die chalcedonensisch-orthodoxen Kirchen

Die chalcedonisch-orthodoxen (auch als östlich-othodox bezeichneten) Kirchen sind eine Familie autonomer Kirchen, die den Doktrinen der sieben ökumenischen Konzile folgen, und das Ehrenprimat des Patriarchen von Konstantinopel anerkennen. Historisch gesehen entwickelten sich diese Kirchen aus den vier alten Patriarchaten des Orients: Alexandrien, Antiochien, Konstantinopel und Jerusalem.

Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem betrachtet sich als "Mutterkirche" Jerusalems, deren Bischof 451 vom Konzil von Chalcedon die Patriarchenwürde erhielt. Im Schisma mit Rom im Jahr 1054 stellte es sich auf die Seite der anderen orientalisch-orthodoxen Kirchen. Seither sind das Patriarchat von Rom und das Patriarchat des Orients durch theologische und politische Dispute gespalten. Erst die historische Begegnung zwischen Papst Paul VI. und Athenagoras, dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel 1964 in Jerusalem markierte den Beginn einer Versöhnung.

Über Jahrhunderte hinweg wurden die Interessen der griechisch-orthodoxen Kirche im Heiligen Land von der Bruderschaft des Heiligen Grabes vertreten, die sich bemühte, den Status der orthodoxen Kirche an den heiligen Stätten zu sichern und den hellenistischen Charakter des Patriarchats zu wahren. Die Gemeinden sprechen vorwiegend Arabisch und werden von verheirateten arabischen Priestern und Mitgliedern der Bruderschaft des Heiligen Grabes betreut.

Darüber hinaus sind noch zwei weitere altorientalische Nationalkirchen in Israel vertreten: die russische und die rumänische Kirche. Infolge einer Kirchengemeinschaft mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchat unterstehen beide dessen lokaler Jurisdiktion.
 
Author: Yishai Eldar

Mit freundlicher Unterstützung des: Ministry of Foreign Affairs - The State of Israel


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